Trockenobst als Energiespender – Lebensmittelmythen

Viele Sportler oder Personen, die viel Reisen, schwören auf Trockenobst. „Es nimmt so wenig Platz ein!“ „Es schimmelt nicht!“ „Es wird nicht matschig!“ – Ja, aber ist es auch gesund? Ist Trockenobst wirklich ein guter Ersatz von frischem Obst? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und vergleichen nun Pro und Contra.

Trockenobst als Energiespender - die Zuckerfalle

Wie wird frisches Obst zu Trockenobst?

Das Obst wird in heißer Luft gedörrt und schrumpft somit zu etwa 1/3 der eigentlichen Größe. Mit nur 10-30 Prozent der ursprünglichen Feuchtigkeit enthält es aber nach wie vor die meisten Nährstoffe – sie werden so zu sagen konzentriert. Welche Nährstoffe? -Wertvolle Mineralien wie Kalium, Phosphor und  sekundäre Pflanzenstoffe. Wer allerdings seinen Vitamin-C-Haushalt mit Trockenobst füllen möchte – der liegt falsch! Der Vitamin-C-Gehalt der Frucht wird beim Garen minimiert.

Trockenobst-Mythos Nr.1:

„Trockenobst ist der perfekte gesunde und schnelle Snack während dem Arbeiten“ –bitte nicht!

Trockenobst lässt sich zwar einfach mit in die Arbeit nehmen, ist jedoch alles andere als eine Mahlzeit! Beim Trocknen der Früchte wird zwar die Größe minimiert, nicht jedoch der Zuckergehalt! Trockenobst besteht zu 50-70% aus Fruchtzucker! Kurzfristig mag dieser Zuckerkick vielleicht Energie spenden, da die Fruktose sofort ins Blut übergeht, steigt der Blutzuckerspiegel rasch an. Ebenso schnell fällt er ab und sorgt kurz darauf für ein  Energietief. Außerdem gelangt die Fruktose über das Blut direkt über in die Leber und kann bei häufigem Verzehr zu einer Fettleber führen. Also weg vom übermäßigen Trockenobstverzehr! Greift lieber Nüssen oder Samen.

Trockenobst-Mythos Nr.2:

„Ich schneide in meinen Salat 100g Trockenmarillen. Ist ja das gleiche wie 100g frische Marillen!“ –oh no!

Da den Früchten so viel Wasser entzogen wird, macht dies einen riesigen Unterschied! Trockenobst hat eine viel konzentriertere Energiedichte und enthält somit auf 100g viiiel mehr Fructose! Außerdem: Bei frischem Obst ist die Flüssigkeit in den Zellen gebunden und füllt so den Magen –bei Trockenobst nicht. Daher kann man viel leichter drei Trockenmarillen (als drei frische Marillen) verputzen und nimmt unbewusst viel mehr Zucker zu sich. Tricky!

Conclusio:

Wer schlichtweg Obst zu sich nehmen möchte, sollte definitiv zu frischem Obst greifen. Am besten direkt aus dem Garten oder vom BIO-Händler in der Nähe. Hat man aber Lust auf Trockenobst im Müsli, sollte man die Zufuhr zumindest reduzieren. Immer im Kopf behalten: Der Zucker ist konzentriert!

Was denkt ihr über Trockenobst?